Geschichten aus der schönen neuen SEPA-Welt

Vier Wochen nach dem 1. Februar ist es an der Zeit, auf die SEPA-Einführung mal aus technischer Sicht zurückzublicken.

Damit die Deutschen nicht die Revolution anzetteln (würden wir nie tun, ich weiß) hat man sich schon vor einiger Zeit dazu durchgerungen, schon vom Start weg am 1. Februar innerdeutsche Überweisungen im Verfahren „IBAN-only“ zu erlauben. Das ist verdammt nochmal vernünftig und bedeutet, man kann den BIC weglassen. Die IBAN kodiert ja auch schon BLZ und Kontonummer. Damit hat man ja alles was gebraucht wird, um das Geld an der richtigen Stelle ankommen zu lassen. Leider hat es die deutsche Kreditwirtschaft verkackt, das IBAN-only-Verfahren rechtzeitig und breitenwirksam zu kommunizieren. Man wird von anderen Bankkunden angeguckt, als ob man vom Mars kommt, wenn man ihnen zu erklären versucht, dass sie das Feld für BIC auch frei lassen können.

Einige Banken betreiben in Sachen BIC auch offene Sabotage an ihren Kunden. Insbesondere einige Spaßkassen und die Kopf-Schmerz-Bank sind auf die verwirrte Idee gekommen, nochmal kurzfristig ihre BIC und die Prüfziffernverfahren ihrer IBANs zu ändern. Was soll diese Scheiße? Ihr hattet wirklich Zeit genug!

Die Angst vor Tippfehlern in der IBAN, die angeblich zu Fehlleitungen von Geld an böse fremde Leute führen ist den Leuten irgendwie auch nicht auszutreiben. Die Nummer enthält zwei Prüfziffern. Wer es schafft, sich bei der IBAN so zu vertippen, dass die Prüfziffern trotzdem gültig sind, hat echt den Hauptpreis gezogen…

Beim Zeichensatz, der bei SEPA-Überweisungen zulässig ist, merkt man so richtig, dass die Erfinder ernsthaft die Bedürfnisse der Bankkunden im Sinn hatten. In alten innerdeutschen Überweisungen war das Prozentzeichen (%) zulässig. Bei SEPA geht das nicht mehr. Es kommt ja auch überhaupt nicht vor, dass wir Kaufleute uns gegenseitig Verwendungszwecke a la „Rechnung xy abzgl. 3% Skonto“ zuschicken… Die offizielle Empfehlung ist übrigens, als Ersatzzeichen für % einen Punkt (.) zu schreiben. WTF????

Eine kuriose Randnotiz ist, dass zumindest wohl die IT der GAD nicht zwischen innerdeutschen und außerdeutschen SEPA-Überweisungen unterscheidet oder unterscheiden kann. Wie sonst ist es zu erklären, dass auch innerdeutsche Überweisungen – soweit sie eine entsprechende Höhe erreichen) auf dem Kontoauszug mit dem Hinweis „Meldepflicht gemäß Außenwirtschaftsverordnung beachten“ angedruckt werden?

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2 Kommentare zu Geschichten aus der schönen neuen SEPA-Welt

  1. Maximilian sagt:

    Wenn man sich das so durchliest, dann fragt man sich schon, was sich die Macher da eigentlich haben einfallen lassen. Da darf man ja jetzt schon sehr gespannt auf die Zeit nach dem 1. August sein, denn ab dann muss jeder SEPA nutzen.

  2. Hannemann sagt:

    Man sollte die Erfinder derIBAN erschlagen, gerade heute wieder eine Überweisung zurück bekommen. Europa ist für mich gestorben, wählen gehen, nie und nimmer. Solche Trottel und abgehalfterten Politiker kann man nicht wählen. Nichtwählen zählt.

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