Das große Finale
echoray | 18 Juni, 2005 23:00
Gestern abend Abiball in der Mescheder Stadthalle. Ein schöner und
erhabener Moment, als ich mein Abiturzeugnis überreicht bekam. Bevor
ich aber endlich auf die Bühne treten durfte (geräuschmäßig untermalt
mit "My Puzzle of Dreams" von everybodys-favourite-estonian-pop-group),
bin ich fast vor Aufregung kollabiert. Nachher vor lauter Freude eine
Gleitlandung auf dem Parkett vollführt, weil ich einer videofilmenden
Frau um Gottes Willen nicht ins Bild laufen wollte. Also möglichst
schnell unter der Kamera durchgetaucht, und ein Opfer meiner Schuhe
geworden, die an der hinteren Kante kein Profil mehr haben. Sah wohl
effektvoll aus, habe ich mir sagen lassen. Mir ist aber nichts passiert.
Ein
paar Pannen blieben uns als Organisatoren natürlich nicht erspart. Das
fing damit an, dass wir 20 Minuten vor Plan aus der Kirche rauskamen,
weil irgendjemand im Planungsstab wenig Gefühl für die Länge des
Programms hatte. Natürlich wanderte die ganze Gesellschaft sofort zur
Stadthalle rüber, wo aber noch niemand am Tresen saß, der den Eintritt
kassierte. Irgendwann fanden dann auch alle Abiturienten die für sie
vorgesehenen Sitzplätze, nachdem wir ein paar Gäste, die sich unvorsichtigerweise in der vierten Reihe niedergelassen hatten, vergrault hatten. Zu meinem großen Mißfallen fand die "Show"
überwiegend im Dunkeln statt, mit Rednern und Akteuren im Spotlight,
und häufig zu hoher Lautstärke. Nachher wurde dann bis spät in die
Nacht durchgefeiert. Die Stimmung war durchaus gut, der Alkohol auch.
Wir hatten allerdings ein Personalproblem. Besonders aus der zweiten
Schicht erschienen viele der von uns engagierten 12er nicht
(wahrscheinlich weil sie heute auf Stufenfahrt fahren), so dass die
verbliebenen Leute Überstunden schieben mussten. Von dieser Stelle ein
Lob an die Jungs und Mädels, die sich für uns abgerackert haben!
Trotzdem hätte auch das Personalmanagement besser sein können.
Teilweise standen sich wohl 15 Leute hinter der Theke gegenseitig auf
den Füßen, während vor der Theke die Leute auf ihre Getränke warteten
und hinten in der Küche der Hallenmeister eine Krise kriegte, weil
niemand die Berge von Geschirr abspülen wollte. Nach meiner Überzeugung
hätte man den Krempel ruhig bis zum nächsten Morgen stehen lassen
können, aber nein, es könnte ja antrocknen... Dazu sage ich besser nichts weiter.
Es war schon was anderes, als fertiger Schüler mit den "ehemaligen"
Lehrern und den Eltern der Stufenkollegen Smalltalk zu machen. Clara von Fürstenberg wiedergetroffen. Die
Freifrau von Fürstenberg zu
Brabecke hatte es ja nach der Stufe 10 vorgezogen, ihr Abitur auf einer
sicherlich teuren Internatsschule in Holzminden zu machen. Für den Adel
nur das Beste... Nein, sowas ist natürlich legitim. Note to self: Ich
schulde Beate noch einen Tanz. Veronikas Freund kennengelernt. Morgen
werden wir die beiden in Altenilpe besuchen, als Kompensation für das
verpasste Dorffest.
Besonderer
Spaß kam dann am Samstagmorgen auf, als es daran ging, die Trümmer zu
beseitigen und die Stadthalle wieder in ihren vorherigen Zustand zu
bringen. Bezüglich des Geschirrs sollte ich recht behalten. Wir leben
schließlich in einer Zeit mit modernen Geschirrspülmitteln, die sogar
angetrockneten Dreck zuverlässig lösen. Nach zwei Stunden hatten wir
die Grobreinigung der Halle fertig, und nach weiteren drei Stunden die
Feinarbeiten. Wir können uns mal selbst auf die Schulter klopfen und uns Helden der Arbeit nennen.
alk
TTH | 20/06/2005, 14:32