Es kann nur besser werden???
echoray | 06 November, 2009 20:03
Anruf einer Mieterin: Bei ihr wäre ein Techniker einer Telefongesellschaft. Der finde den Hausanschlusspunkt nicht. Ich habe zwar auch keine Ahnung, fahre aber mal raus zu dem Haus um zu helfen wo ich kann. Ich treffe die gestresste Mieterin und einen ebenso gestressten Techniker von Vodafone an. Er hat eine Vorgabezeit von 15 Minuten für das Schalten eines Anschlusses, hat jetzt schon 25 Minuten vertrödelt und müsste eigentlich weiter nach Kallenhardt. Wir finden zwar Telefonkabel, diese laufen scheinbar in Richtung der Eisdiele im Souterrain, aber den gesuchten Endverzweiger finden wir nicht. Die Eisdiele hat unglücklicherweise auch noch geschlossen. Wir müssen den Vodafone-Techniker wieder wegschicken, was für die arme Mieterin wohl weitere zwei Wochen Wartezeit und einen (kostenpflichtigen?) neuen Einsatz des Vodafone-Service bedeutet.
Wieder zu Hause rufe ich als erstes den Eisdielenbesitzer an. Der schwört Stein und Bein, dass die Monopoldose nicht in seinem Eiscafe liegt. Außerdem hätte er vor drei Jahren vergeblich nach dem EVz gesucht und sein Bauvorhaben wieder abgeblasen, als er ihn nicht fand.
Da ich schon in etwa weiß, wie die Telekom arbeitet, weiß ich auch, wie ich mir jetzt helfen kann: Bis zum EVz sind die Telefonleitungen von der Telekom kartografiert. Zuständig ist das Bauherrenbüro am Standort Meschede. Ich gehe zum T-Punkt und lasse mir die Telefonnummer geben. Aber keiner geht ran. Ich probiere die Nummer der Zentrale am Fernmeldeamt Meschede. Zu meiner Überraschung lande ich in einem Callcenter in Sachsen-Anhalt. Wieso zur Hölle läuft die Hauptdurchwahl der Telekom in Meschede in Sachsen-Anhalt auf? Dort kann man mir nicht weiterhelfen. Früher konnte man bei der Telekom-Hotline anrufen und einen DSL-Anschluss bestellen, und die Mitarbeiterin am anderen Ende wusste sogar, wo ich wohne. Das funktionierte nur, weil Anrufe aus Meschede auch in Meschede aufschlugen.
Auf gut Glück besuche ich das Telekom-Hauptquartier an der Feldstraße, und will mal hören, ob das Bauherrenbüro tatsächlich dort sitzt und wann die Jungs mal ans Telefon gehen. Der Mann am Empfang ist sehr freundlich und weiß auch gleich, wer zuständig für mein Problem ist. Nach Klärung einiger amüsanter Fragen ("geht es um einen Neubau?") druckt man mir den Lageplan aus, der meinen EVz verzeichnet.
Das altehrwürdige Fernmeldeamt Meschede hat seine glanzvollen Zeiten wohl hinter sich. Der überwiegende Teil des Gebäudes wird heute noch als Callcenter genutzt. Gerade letztens hat man noch einmal verhindern können, dass der Standort komplett dichtgemacht wird. Die spannendsten Abteilungen sind aber wohl inzwischen an andere Standorte verlagert worden, insbesondere nach Dortmund. Noch im Jahr 2003 kam Meschede in die Schlagzeilen, als www.telekom.de mehrere Stunden offline war, weil in Meschede ein Router ausgefallen war.
Rein optisch müsste der EVz tatsächlich im Eiscafe liegen. So ein Plan sagt aber wenig darüber aus, in welchem Stockwerk der Anschluss liegt. Am Ende findet er sich in einem "Keller" der Zahnarztpraxis über dem Eiscafe. Er sieht sehr alt aus - und sehr groß. Ich habe noch nie einen so großen Endverzweiger gesehen. Das muss daran liegen, dass vor vielen Jahren mal eine Sparkasse in dem Gebäude ansässig war, die bestimmt viele Telefonanschlüsse hatte. Die Variante, den EVz mitten ins Gebäude zu pflanzen, ist heute unüblich. Um sich teure Suchaktionen zu ersparen, wie sie meine Mieterin erlebt hat, baut man den EVz heute im allgemeinen an die Außenwand des Hauses.
echoray | 03 November, 2009 13:25
Auch nachdem wir mit Arnsberg-Sundern fusioniert wurden hat die "neue" Volksbank Sauerland die gute Tradition des Mescheder Zweigs beibehalten und lädt einmal im Jahr ihre Kunden zum "Dialog". Da hält dann ein meist hochkarätiger Referent einen Vortrag, und anschließend gibt es Häppchen und Getränke. Peter Hahne und Ulrich Wickert fanden so zum Beispiel in der Vergangenheit den Weg nach Meschede. Für dieses Jahr hat sich die Volksbank Frank Lehmann eingekauft, bekannt aus dem Börsenfernsehen der ARD.
Frank Lehmann legte wie ein D-Zug los und begann alsbald, den Volksbankdirektor Dörner immer wieder zu foppen - sehr zur Freude des Publikums ("was zahlt der Dörner Ihnen denn fürs Sparbuch? 0,8 Prozent?"). Er redete gut zwei Stunden über das, was man von ihm erwartet - Wirtschaft, Börse und Geldanlage. Letztlich war es eine Werbeveranstaltung, sich doch mal wieder mehr an der Börse zu engagieren. Leider war allerdings der Referent besser als sein Vortrag. Es war zwar eine Freude, dem Mann zuzuhören, wie er immer wieder Sprüche riss, aber immer wieder eine Grafik und noch ein Chart, die mal dies und mal das zeigen sollten - das war zuviel des guten. Weniger ist mehr, Herr Lehmann! Die Volksbank hat den Mann übrigens gleich für zwei Tage gebucht. Er erzählt die gleichen Sachen heute nochmal in Arnsberg.
Das Buffet war dieses Jahr leider eine Enttäuschung. Es wurde von einer Bäckerei zugeliefert, und bestand daher trotz verschiedener Füllungen überwiegend aus trockenen Hörnchen. Das Buffet im letzten Jahr (von einer Fleischerei) war jedenfalls besser, weil viel saftiger.
Dieser Satz kein Verb.
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