Echowelle

Es kann nur besser werden???

Star Trek Online - Spielinhalt

echoray | 28 Januar, 2010 20:06

Nun also zur Frage "wie spielt sich STO denn nun?" Ich werde hierzu ein paar Vergleiche zu EVE Online ziehen. Zum einen, weil beide im Weltraum spielen, zum anderen, weil es das einzige MMORPG ist, das ich über wirklich längere Zeit gespielt habe.

STO spielt im "Prime Universe", also nicht in der kaputten Zeitlinie des neuesten ST-Films von J.J. Abrams. Das Spiel ist 30 Jahre nach ST:Nemesis angesiedelt, im Jahr 2409. Das ist reichlich viel Zeit, und bedeutet, dass der Großteil der bekannten Charaktere aus den Fernsehserien wohl längst in Rente ist. Selbst die ehemaligen Youngsters wie Ezri Dax (so es sie denn noch geben sollte) sind nach so langer Zeit inzwischen alt und grau und faltig. Nein, die Sternenflotte wird inzwischen von der ehemals allerjüngsten Garde am Laufen gehalten: Naomi Wildman (die kleine sechsjährige Kackbratze von der Voyager) hat es inzwischen zum Commander gebracht, und Miral Paris (das Kind der Voyager-Offiziere Torres und Paris) ist immerhin Lieutenant.

Klingonische Allianz, Borg, Undine (the artist formerly known as Spezies 8472), Romulaner... STO spielt zu einer Zeit, als scheinbar alle gegen die Föderation sind. Vielleicht hat Cryptic es etwas übertrieben. So viele Feinde, das kann eine politische Allianz wie die Föderation zum Zerbrechen bringen. Bei genauerem Hinsehen hat sich das klingonische Empire aber in einem verlustreichen Krieg mit den Gorn aufgerieben, die Romulaner müssen die Zerstörung ihres Heimatplaneten verkraften (siehe den neuesten Star Trek Film), die Cardassianer sind 30 Jahre nach Ende des Dominionkrieges gerade wieder so auf die Füße gekommen, die Borg sind dank Captain Janeways Aktionen noch immer geschwächt. Bleiben die Undine als einzig wirklich ernstzunehmender Gegner. Trotzdem machen auch die anderen Fraktionen mehr als genug Ärger. Man muss wohl aus besonders hartem Holz geschnitzt sein, wenn man in solch finsteren Zeiten Dienst in der Sternenflotte schiebt. Soviel Kampf, das schreit geradezu nach harten Jungs und Mädels mit Biografien wie einst Tasha Yar: "Auf einem gesetzlosen Planeten aufgewachsen, früh gelernt sich durchzusetzen, mit 16 Jahren den ersten Frachter voller Pergium geflogen, danach Starfleet gejoined und eine Kampfsau geworden" oder so.

Seit der Open Beta sind alle gängigen Föderationsrassen an Bord, darunter auch die von mir heiß und innig geliebten Trills. In der Closed Beta musste ich mir meine Trill-Dame noch per Hand über die Unknown-Alien-Rasse stricken. Wie alle Cryptic-Spiele lässt sich auch STO bei der Customization der Characters nicht lumpen. Nach der Erstellung eines Characters beginnt das Spiel mit einem Paukenschlag. Als kleiner Ensign findet man sich inmitten eines Borg-Angriffs wieder. Dies wird als Tutorial genutzt. Am Ende sind alle höherrangigen Offiziere des eigenen Schiffs tot. Als Dank für die heroischen Taten wird man zum Lieutenant befördert (den in Star Trek dazwischengeschalteten Rang des LT junior grade kennt das Spiel nicht) und wird permanent zum kommandieren Offizier des Schiffs ernannt. Dabei handelt es sich um Varianten der Miranda- oder Excelsior-Klasse. Diese Schiffe sind im Jahr 2409 mindestens 130 Jahre alt. Da kann der kleine unerfahrene LT wenigstens keinen großen Schaden anrichten...

Star Trek Online Beta Impressionen

[LCDR Kalasha Hzabi, mein Character aus der Open Beta, und ihr Außenteam. Mögen sie alle in Frieden ruhen, denn sie fielen dem Character Wipe am Ende der Beta zum Opfer]

Man sollte sein Anfängerschiff lieben lernen, denn man kommt erst nach geschätzt 20 Spielstunden da raus, wenn man nämlich Lieutenant Commander wird. Ab jetzt wird einem zunehmend weniger geschenkt. Die Klingonen schicken jetzt Boarding Parties rüber, die Gorn halten sich auch nicht mehr zurück und verteilen herzhaft Giftbisse – man kann dann für einen Moment nicht weiter kämpfen, weil man größere Mengen Mageninhalt auf dem Fußboden verteilt. Das ist der Punkt, wo man sich kurz fragt "hätte ich bei der Character Creation vielleicht doch besser die 10 % Resistenz gegen Giftattacken wählen sollen?". Auch die bei Trills angeborene Resistenz gegen Toxic Damage half nicht wirklich weiter. Es hilft also alles nichts, und man kommt dann schnell auf den Trichter, sich einfach immer ein paar Meter von den Gorn fernzuhalten.

Der Raumkampf ist viel taktischer als in EVE. Dort erschöpft er sich im wesentlichen darin, Shield und Capacitor zu beobachten und ansonsten einfach zu warten, bis das feindliche Schiff platzt. In STO dagegen muss ich manövrieren, immer das stärkste Schild zum Feind hin halten und differenzierte Taktiken gegen kleine und größere Gegner anwenden Das Spiel belohnt mich, wenn ich ein guter Pilot bin, denn man ist schneller fertig mit den Feinden, wenn man gezielt immer wieder in die sich gerade bietende Schwachstelle des Gegners stößt.

Star Trek Online Beta Impressionen

[Die USS Chian'dara, mein letztes Schiff in der Beta, eine reinrassige Saber-Klasse. Im Hintergrund die Erde]

Draußen in den Previews wird meistens der Space Combat besonders gelobt. Ich persönlich mag den Ground Combat aber noch lieber. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich auf einen Planeten runterbeamen kann – okay, bis auf das eine Mal, wo wir uns in einem elenden Sandsturm wiederfanden. In Echt würde niemand sich in so einen Sturm begeben ohne einen Environmental Suit. Ich habe ziemlich geflucht, bis ich – fast ohne Sicht – die fünf Seismografen gefunden hatte, um die ich mich kümmern sollte. Das Außenteam dürfte nach dieser Aktion ziemlich viel Sand im Höschen gehabt haben. Diese Mission wurde dann bereits in der Open Beta etwas entschärft. Ein Tipp noch: Man verachte den Nahkampf nicht. Trotz aller Kompressionsphasergewehre geraten die Kämpfe in STO gerne mal im positiven Sinne außer Kontrolle. In solchen Situationen retten ein paar Nahkampf-Moves den Tag – und sehen cool aus.

Im PvE-Bereich wird in Form so genannter "Episoden" eine Story mit mehreren Fäden und unerwarteten Wendungen erzählt. Cryptic hat da ein paar gute Leute eingekauft, die bereits erfolgreich im Bereich Star Trek publiziert haben, und sich wirklich mit dem ST-Universum beschäftigt haben. Ich konnte bislang keine groben Schnitzer entdecken wo ich sagen musste "das widerspricht jetzt aber dem Canon". Im Gegenteil: Wer ein Faible für das Weiterspinnen der ST-Geschichte nach DS9/Voyager/Nemesis hat, der muss STO einfach mögen. Unter den Episoden sind einige echte Highlights. Mein persönlicher Favorit ist bislang "City on the Edge of Never", eine Episode, die mich zunächst zum "Guardian of Forever" führte, einem aus der alten Serie von 1960 bekannten Zeitportal, und sodann weiter in die Vergangenheit zur Zeit Kirks, um die Zeitlinie wieder herzustellen. Diese Episode zeigt meiner Meinung nach das große Potenzial, was in STO steckt. Leider sind noch nicht alle Missionen so gut durchgestaltet wie diese Perle.

Star Trek Online Beta Impressionen

["Erinnerungsfoto". Das Außenteam vor dem Guardian of Forever, nachdem die Zeitlinie wieder geradegerückt ist]

Daneben gibt es Patrol-Missionen, das sind kleine Mini-Episoden, die weniger Zeit beanspruchen. Diese waren in der Closed Beta etwas unbeliebt, weil Missionen vom Typ "fliegen Sie mal raus und kommen Sie erst wieder, wenn Sie 20 tote Klingonen vorweisen können" darunter waren. Das wurde geändert, und einige davon bewegen sich qualitativ nahe am Niveau einer ausgewachsenen Episode.

Zum Dritten kann man in viele Sternensysteme reinfliegen und erlebt dann dort eine Überraschungsmission. Da sind Frachter zu retten oder diplomatische Dispute zu lösen. In die gleiche Richtung gehen auch die Exploration Clusters, wo es zufallsgenerierte kleine Missionen gibt. Man kann sich auch am Strand von Risa fläzen, allerdings fehlt meiner Meinung nach im Moment die Möglichkeit, sich dort statt in Uniform in Badekleidung zu präsentieren. Mal gucken, ob das angesichts der Nackte-Haut-Panik in den USA jemals implementiert wird...

Stichwort diplomatische Dispute. Man vertue sich nicht. In STO geht es vor allem um Kämpfen. Nicht-Kampf-Missionen sind dünn gesät und qualitativ eher mau. Auch ein differenziertes Wirtschaftssystem gibt es derzeit nicht. Damit kommen wir zum ersten Kritikpunkt. Cryptic sollte sich dringend etwas überlegen, wie man für Langzeitmotivation sorgen kann, nachdem man die Story durchgespielt hat. In EVE ist das beispielsweise die Teilnahme am Wirtschaftskreislauf. In STO kann man derzeit keine Steine kloppen und daraus etwas herstellen. Und während ich STO zum Release für Freunde des PvE wirklich empfehlen möchte, sollten PvP-Freunde wohl lieber noch etwas warten. Der ganze PvP ist derzeit nur recht rudimentär und unbalanciert. Auch hier fehlt Langzeitmotivation, weil es keine Raumgebiete gibt, um deren Ressourcen man sich zwecks Ausbeutung der selbigen kloppen könnte.

Per Default wird man mit anderen, unbekannten Spielern aus anderen Instanzen zusammengeschmissen, wenn diese gerade die selbe Mission starten. Insbesondere im Space Combat tut man derzeit jedoch gut daran, dieses Auto Teaming abzuschalten, und zwar aus folgendem Grund: Wenn ein weiterer Spieler dazustößt, wird die Mission automatisch hochskaliert, es gibt dann mehr und dickere Gegner. Wenn jedoch der andere Spieler die Instanz wieder verlässt (weil er vielleicht keine Lust hat) wird die Instanz nicht wieder herunterskaliert. Man kann es dann allein nicht mehr schaffen, die Gegner wegzuputzen und muss von vorne anfangen. Deshalb spiele ich zumindest das Spiel sozusagen als "Massively Singleplayer Online Role Playing Game". Im Bereich Ground Combat bedeutet das, dass man mit KI-gesteuerten Brückenoffiziere auf die Pirsch geht. Diese machen ihre Sache aber so gut, dass man zumindest die Missionen die ich bis jetzt gesehen habe, gut Solo spielen kann.

Was ist sonst noch zu sagen? Das Beta-Schlussevent war ein wenig für die Tonne. Hier zeigten sich deutlich die Grenzen der instanzierten Spielwelt. Die Klingonen-Spieler bekamen Gelegenheit, die Föderation zu invasionieren. Es hätte flankierender Maßnahmen bedurft, zum Beispiel spawnen von zusätzlichen NPC-Klingonen oder eine Variation der Spawnpoints, damit dieser Open PvP funktioniert hätte. So wurde die Sache leider zur Massenvergewaltigung wehrloser Klingonen, denn diese spawnten grundsätzlich einzeln und an immer den gleichen Stellen. Koordiniert vorgehen konnten sie auch nicht, da nur schwer zu steuern war, in welche Instanz man gesteckt wird. Später folgte eine Borg-Invasion. Das war eine um Längen bessere Idee, aber der schale Nachgeschmack blieb.

 Star Trek Online Beta Impressionen

[Kalasha kriegt beim Beta-Schlussevent von den Borg auf die Mütze]

Leider kann STO nicht verleugnen, dass über dem Entwickler das Damoklesschwert eines festgelegten Releasetermins schwebte. Freunde des PvE und entspannte Trekkies können wohl trotzdem bedenkenlos zugreifen, denn die PvE-Storys und Missionen machen bereits jetzt einen Heidenspaß. Für Hardcore-Trekkies, die ein Problem damit haben, dass in diesem Spiel auch Föderationsschiffe Disruptorwaffen tragen können, ist STO aber nichts und wird auch nix werden, weil es eben kein sklavischer Abklatsch des Fernsehuniversums ist, sondern ein Spiel, das Spaß machen will. Ich bin mal gespannt, inwieweit sich Roleplaying im Spiel entwickelt. Die Brücke als wichtigster Ort im Schiff ist zum Release bereits vorhanden. Dort könnte man sich treffen und unabhängig von Spielinhalten irgendwelche Szenarien abhalten. PvPer warten besser noch, bis Cryptic etwas nachlegt. Crafter und ähnliche handwerklich interessierte Menschen sowie Händler sind bei STO vorläufig falsch, weil es nichts zu basteln gibt und der Handel leider nicht sehr tiefgründig ist. Das Spiel wird hoffentlich ein großer Erfolg werden. Selbst wenn es zum Release nicht perfekt ist - das Spiel kann sich dies wohl erlauben, weil es eben das lang erwartete Star Trek MMO und nicht irgendein Gurkenspiel ohne Marke ist. In diesem Sinne, live long and prosper!

Star Trek Online - Best of Bugs

echoray | 27 Januar, 2010 21:06

Die Betaphase von STO ging gestern zu Ende. Ich war seit kurz nach Weihnachten dabei, also noch zu Zeiten der Closed Beta, und durfte miterleben, wie aus einem müffelnden Stück Software ein Spiel wurde, das man meiner Meinung nach mit ruhigem Gewissen auf die zahlende Kundschaft loslassen kann. Der Entwickler Cryptic hat in den letzten Wochen teilweise eine 7-Tage-Woche gefahren, um vor dem Release das Spiel so gut es geht aufzupolieren. Wenn mal was war, konnte man eigentlich sicher sein, dass das Problem mit dem nächsten Patch behoben war. Bei diesem Betatest dabei zu sein, war für mich eine enorm spannende Erfahrung.

An dieser Stelle will ich mal ein paar Bugs vorstellen, die mir als Betatester über den Weg liefen. Über den Spielinhalt selbst werde ich in einem separaten Blogposting nochmal ein paar Worte verlieren.

Star Trek Online Beta Bugs

"Gott sprach, es werde Licht, doch ach, es funktionierte nicht..." In der Closed Beta präsentierte sich der eigene Character im Login-Bildschirm manchmal von seiner dunkelsten Seite.

Star Trek Online Beta Bugs

Das hier ist der Bug schlechthin in der Open Beta - er zeigte sich erst, als die Server mal so richtig unter Last kamen. Durch einen Client-Server-Desync kommt es dazu, dass man als Person im Weltraum spawnt. Manchmal korrigiert sich das innerhalb von Sekunden selbst wieder, manchmal aber auch nicht. In diesem Fall hier habe ich es mal durchgezogen und bin buchstäblich "zu Fuß" zum Planeten Cernan gegangen. Man glaubt gar nicht, wie schnell ein Sternenflotten-Offizier rennen kann, wenn man auf vollen Impuls schaltet und zusätzlich Evasive Maneuvers aktiviert. Muss wohl daran liegen, dass die Luft eher dünn war...

Star Trek Online Beta Bugs

Den Bug gab es auch umgekehrt. Man spawnte als Schiff auf einer Groundmap. Hier sehen wir mein Schiff, die USS Elmendorf, deren Conn-Offizier sie mit offensichtlich viel Schwung bis kurz vor dem Büro des Admirals geparkt hat.

Wenn ihr dereinst nach Deep Space K7 zur PvP-Einführung geschickt werdet, dann grüßt Naomi Wildman von mir. Als Closed-Betatester habe ich Frau Wildman noch in ihrer ganzen Schönheit gesehen: Sie war ein Kerl. Mit Vollbart. Kein sehr anregender Anblick. Die Szene hatte was von Rotkäppchen – "Großmutter, warum hast Du keine Titten?" Diese Sorte Bugs zieht sich vereinzelt noch immer durch das ganze Spiel. Den Vogel schoss bisher der Commander von Starbase 114 ab. In der Dialogbox war er ein Andorianer. Später als 3D-Modell ein Ferengi. Und nochmal etwas später war er ein Klingone. Bei soviel Variabilität, da würde jeder Formwandler neidisch werden...

Star Trek Online Beta Bugs

Dieses hier war auch ganz witzig. Wir sehen das Außenteam mitten in der Botanik vor einer Steinsäule. Das Problem daran: Angekündigt waren keine Säulen mit seltsamen Inschriften, sondern "carnivorous plants who stun their prey with electric discharges and are very dangerous". Okay, man könnte jetzt darüber diskutieren, ob man wirklich Leib und Leben des Außenteams im Kampf mit fleischfressenden Pflanzen riskieren sollte, anstatt sich einfach eine in den Frachtraum zu beamen und versuchsweise einen Klingonen an das Gewächs zu verfüttern. Anyway, die Säulen waren jedenfalls trotz mehrfacher Versuche nicht dazu zu bringen, mich zu verspeisen, was der ganzen Mission doch etwas ihren Reiz nahm...

In der Open Beta entwickelte sich ein regelrechter Kampf mit dem Programm rund um die Rangabzeichen. Bei solchen scheinbaren Kleinigkeiten versteht der gemeine STO-Spieler keinen Spaß. Die Rangabzeichen sind natürlich der Weg schlechthin, um den Noobs auf dem Earth Space Dock auf einen Blick klarzumachen, dass man es bereits zu etwas gebracht hat im Spiel. Leider haute es mehrfach mit den Abzeichen nicht hin. Schon nach der ersten Stunde stellten die frischgebackenen Leutnante fest, dass das Spiel ihnen nur Ensign- oder gar keine Abzeichen zugestehen wollte. Das wurde gefixt, und dann lief es ein paar Tage. Als ich selbst dann soweit war und es zum LCDR gebracht hatte war gerade wieder irgendwas am Kostümsystem kaputt. Ich durfte noch nichtmal meine LT-Abzeichen behalten. Wieder gab es nur Ensign oder garnix. Dieser Zustand hielt Gott sei Dank nur einen Tag an. Parallel dazu gab es in den Foren heftige Diskussionen darüber, ob es richtig sei, den Leuten 120 Energy Credits abzuknöpfen, wenn sie nach einer Beförderung ihre Rangabzeichen ändern wollten. Der beste Beitrag zu dem Thema kam von einem Offizier der US Navy: "Bei uns ist das absolut üblich, dass man sich Rangabzeichen selbst kauft. Man kriegt kaum was an Uniformteilen vom Dienstherrn. Also Füße stillhalten! Jetzt haben wir endlich mal Realismus, was diese Dinge angeht, und dann ist es auch wieder nicht recht...". Hier scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen zu sein. Während der Beta gab es Rangabzeichen mal for free, dann wieder nicht und schließlich wieder doch.

Einen hab ich noch, er ist allerdings nicht von mir. Deshalb gibt es leider keinen Screenshot. In einer Mission wird man in einen brennenden Laborkomplex geschickt. Leider versteht die Boden-KI der Brückenoffiziere nichts von Brandbekämpfung, so dass man die Feuerchen selbst löschen muss. Wer dennoch die Feuerlöscher im Inventar der Brückenoffiziere beließ, erlebte einige Missionen später aber eine Überraschung: Mitten in einem verschissenen Sumpf, umzingelt von Gorn-Kriegern, erinnerten sich die KI-Begleiter an ihre Feuerlöscher und kamen auf die verwirrte Idee, diese als Waffe gegen die Gorn einzusetzen. Das führte regelmäßig schnell zu zahlreichen Toten - leider auf Seiten der Sternenflotte.

Star Trek Online - Warmlaufen für den Start

echoray | 01 Januar, 2010 22:17

Wer hat noch gemerkt, dass das ZDF gestern das Berliner Silvesterfeuerwerk mit der Titelmusik aus Star Trek First Contact untermalt hat? Der Grund war nicht, dass man nichts anderes hatte, sondern dass die Königin von England Patrick Stewart, den Darsteller von Jean-Luc Picard vor einigen Tagen in den Ritterstand erhoben hat (allerdings nicht für seine Verdienste um Star Trek, sondern für seine Shakespeare-Engagements). In der für das Silvesterprogramm zuständigen Redaktion des ZDF scheint ein Trekkie zu sitzen, der aufgepasst hat...

Zu Beginn dieses Jahres wird das Online-Rollenspiel "Star Trek Online" an den Start gehen. Ich habe mal meinen alten Blogpost herausgekramt. Im Januar 2007 hatte ich prophezeit, dass der neue Entwickler Cryptic wohl mindestens zwei Jahre brauchen würde, bis man ein fertiges Spiel hätte, nachdem das alte Entwicklungsstudio Perpetual damals in die Insolvenz gegangen war. Das war also ziemlich gut geschätzt von mir - am 29. Januar soll es losgehen mit dem Spiel, zumindest für die Leute, die den Headstart gebucht haben. Seit November läuft Star Trek Online in der Closed Beta. Alle die daran teilnehmen, dürfen nichts sagen, sie unterliegen einem Non-Disclosure-Agreement (NDA). Seit etwa Mitte Dezember lässt Cryptic auch Journalisten ran, wohl unter etwas lockereren Bedingungen. Seitdem dringen mehr Informationen über das Spiel nach draußen. Bis jetzt gab es überwiegend positive Berichterstattung. Das muss nicht unbedingt nur Gutes bedeuten. Auffälligerweise ist Dana Massey von mmorpg.com so ziemlich die einzige Stimme, die sich etwas kritisch äußert. Ausgerechnet Massey, bei dem man sich wundert, dass Cryptic ihn überhaupt reingelassen hat (er arbeitet seit Dezember nicht mehr hauptberuflich für mmorpg.com, sondern als Consultant für einen Rollenspiele-Entwickler, also gewissermaßen für die Konkurrenz). Wahrscheinlich hat er nichts mehr zu verlieren, während die anderen Journalisten sehen müssen, dass sie Cryptic nicht zu sehr verärgern, sonst sind sie bei der nächsten Closed Beta draußen... oder so.

Man sollte sich keine Illusionen machen, dass zum Spielstart ein irgendwie perfektes MMO fertig sein würde. Alle Journalisten schreiben, dass immerhin das Grundkonzept funktioniert. Wie man hört musste Cryptic in der Closed Beta nochmal kräftig an den Ground Combat drangehen. Balancing ist bei allen MMOs eine ewige Baustelle. Auch Jahre nach dem Release wird bei Eve Online noch immer mal wieder an den Werten bestimmter Items gedreht. Das wird bei STO nicht anders sein und wird sich aus der Beta bis nach dem Release durchschleppen. Massey schreibt außerdem, dass das User-Interface von STO noch immer etwas müffelt. Der 12. Januar ist der "Hosen-runter"-Tag für Cryptic. An diesem Tag geht das Spiel in die Open Beta. Dann werden Horden von Spielern, die das Spiel vorbestellt haben, den Server stürmen und überall ihre Meinungen posten. In Sachen Open Beta hat sich Amazon übrigens einen ziemlichen Fuckup geleistet. Schon nach wenigen Tagen gingen ihnen die Open-Beta-Keys aus. Deshalb ist Amazon jetzt der Deppen-Händler, bei dem es keinen Zugang zur Open Beta gibt, während dies bei anderen Händlern noch immer möglich ist. Persönlich kann ich direct2drive.co.uk empfehlen. Auch aus Deutschland kann man dort ordern, wenn man Kreditkarte oder Paypal-Konto hat. Zwei Wochen lang läuft die Open Beta, deren Hauptziel es ist, zu gucken, ob die Server wie gedacht skalieren. Es lohnt übrigens nicht, als Spieler übermäßigen Aufwand in die Open Beta zu stecken, weil für den Spielstart am 29. Januar wieder alles auf Anfang gesetzt wird.

 
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