Debian 4.0 auf dem Acer TravelMate 5720G-702G25Mi

Alwin Meschede - Stand: 19.1.2008

Diese Seite lässt sich in einem Satz zusammenfasen: Das 5720G ist erfreulich unproblematisch unter Linux, für volle Funktionalität sollte man aber mindestens Kernel 2.6.23 installieren.

Ein Hinweis vorab: Mein Travelmate 5720 gehört zur Unterbaureihe mit Radeon HD2600-Grafikkarten. Daneben gibt es auch 5720er mit HD2500 sowie welche mit Intel GMA X3100. Ich kann leider nicht helfen, wenn es Fragen zur HD2500 oder X3100 unter Linux geben sollte. Ich kenne diese Grafikkarten nicht. Die HD2500 ist auch nur dem Namen nach mit der HD2600 verwandt: Während die 2600 ein Kind der R600-Architektur mit Streamprozessoren ist, ist die 2500 eine umgelabelte Radeon X1700, die vom bereits zwei Jahre alten R500-Chip abstammt. Es kann sein, dass die HD2500 vergleichbare Probleme unter Linux wie die 2600 hat, muss aber nicht.

Für meine Versuche zur Linux-Verträglichkeit des Travelmate 5720G-702G25Mi habe ich die CD Debian stable 4.0r2 der AMD64-Architektur genutzt. Die Installation des Grundsystems lief ohne Hacks glatt durch, kein Vergleich zu meinem letzten Laptop des Typs Travelmate 4101LMi, der in seinen frühen Tagen heftigste Geschütze brauchte, um Linux überhaupt zu booten. Kernel 2.6.12 war das damals.

Am Ende der Installation bockte der GRUB-Installer, wobei ich vermute, dass der Fehler nicht systemspezifisch war. Ich habe mir dann mit dem alternativ angebotenen LILO beholfen.

Dexconf installiert den Xorg-Server mangels Alternativen mit dem vesa-Treiber. Beim Umschalten zwischen X11 und den tty-Konsolen kam es mit dem vesa-Treiber zu irreversiblen Farbverfälschungen. Im nächsten Anlauf habe ich daher aus Debian unstable den radeonhd-Treiber geborgt. Dieser Treiber ist allerdings noch im Entwicklungsstadium. Er ist noch nicht wirklich beschleunigt, xvideo geht damit nicht (man kann Video gucken, wenn man mplayer auf "x11image" umstellt), aber er verhindert erfolgreich die Farbstörungen. Leider kommt es beim Umschalten zwischen X11 und den ttys zu Geisterzeichen auf den Konsolen. Der Treiber hat wie man hört noch einen Bug. Bis der gefixt ist hat man also die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder gestörtes X11 oder gestörte Textkonsolen. Weitere kreative Lösungsansätze habe ich erstmal nicht probiert. Vielleicht ginge irgendetwas mit dem Framebuffer.

Die Soundausgabe unter KDE mit dem Treiber snd_hda_intel funktioniert auch mit Kernels älter als 2.6.23, Soundaufnahme geht allerdings nicht, und es funktionieren nur die internen Lautsprecher. Erst ab Kernel 2.6.23 (kriegt man aus Debian unstable) ist der Treiber in der Lage, den ALC268-Soundchip voll zu unterstützen. Weitere, verschiedentlich empfohlene Kommandozeilen-Optionen für den hda-Treiber in /etc/modprobe.d waren bei mir nicht notwendig.

Das Auslesen der Batterie funktioniert auf dem "stabilen" Kernel 2.6.18 und mit dem aktuellen 2.6.22er Kernel problemlos. Auch hier kein Vergleich mehr zu früher, als Smart Batteries für Linux unzugänglich waren. Mit dem 2.6.22er Kernel ist es mir überdies gelungen, Daten der ACPI-Thermalzone auszulesen. Eine weitere Möglichkeit, um an Temperaturdaten zu kommen, ist der coretemp-Treiber für lm-sensors.

Die weitere Hardware wie den Cardreader oder auch das Intel 3945-ABG-WLAN werde ich wohl unter Linux nicht nutzen und kann daher auch nicht sagen, ob und wie die Dinge funktionieren. Wer Ideen hat, was man hier noch über das 5720G schreiben könnte, kann mich anschreiben. Meine Adresse ist ameschede at gmx de


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