Life Is Strange – wo stehen wir nach Episode 3?

Das Computerspiel Life Is Strange ist für mich bislang die große Überraschung des Jahres. Da in Episode 2 ja auch die Eisenbahn eine Nebenrolle spielte, hatte ich mir den Spaß erlaubt, den betreffenden Abschnitt des Spiels mal unter bahntechnischen Gesichtspunkten zu besprechen: 😉

Zwar fällt es mir nach wie vor schwer, die Hauptfigur Max Caulfield wirklich sympathisch zu finden. Für meinen Geschmack ist „Max the Timelord“ zu sehr nach innen gekehrt. Das wird noch verstärkt durch die Stimme der vom Hersteller gewählten Voice Actress. Das Spiel enthält zwar erklecklich „player choice„-Möglichkeiten, die aber selten spielbeeinflussende Konsequenzen haben. Vielleicht kommt das noch, und der ganze entschiedene Mist fällt einem am Ende von Episode 5 auf die Füße…Manchmal ist der Spielfluss von Life Is Strange auch etwas langatmig.

Die Mängel werden aber sehr gut aufgewogen durch die Story des Spiels. Nach den ersten beiden Episoden glaubte man ja eine ungefähre Ahnung zu haben, wo es story-mäßig hingehen würde, und wer mit wem unter einer Decke steckt. Die Stadt Arcadia Bay vor dem großen Sturm retten und Nathan Prescott samt seiner missratenen Sippschaft aus dem Verkehr ziehen… Anspruchsvoll, aber machbar. Dann kamen allerdings die Macher von Life Is Strange und zogen am Ende von Episode 3 ein plot device aus dem Hut, für das sie meinen höchsten Respekt haben: Durch eine Aktion von Max ist die ganze gewohnte Zeitlinie zumindest vorläufig Makulatur. Die Weltgeschichte hat dadurch einen anderen Verlauf genommen. Chloe als sidekick scheint in dieser Zeitlinie aus dem Rennen zu sein, weil sie schwer angeschlagen im Rollstuhl sitzt. Auch wer von den sonstigen Figuren in der neuen Zeit auf wessen Seite steht, scheint mir nicht mehr ausgemacht.

Ich bin sehr gespannt, wie die Story wohl von hier aus weitergedacht wird. Irgendwie hofft man ja, dass die neue Zeitlinie keinen Bestand haben wird. Dann würde sich Episode 4 wohl schwerpunktmäßig darum drehen, das Rad irgendwie nochmal zurückzudrehen. Am genialsten und am mutigsten fände ich wohl, wenn es hieße „Das hier ist ab jetzt der neue Stand der Dinge und bleibt so. Deal with it!„. Das würde allerdings bedeuten, dass man wahrscheinlich den größten Teil von Ep.4 damit verbringen würde, herauszufinden welche von den handelnden Personen ab jetzt eigentlich wie gewickelt sind. Oder der Mittelweg: Wir bleiben erstmal in der neuen Zeit, ziehen daraus irgendwelche Informationen die uns in der alten Zeit helfen und gehen dann irgendwie dorthin zurück, um unsere Mission zu erfüllen. Man darf gespannt sein. Und wahrscheinlich kommt es ganz anders, als ich das jetzt hier durchdacht habe. Das werde ich demnächst dann vergleichen.

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