Problemlösung: Dell P2415Q will 4K nur noch bei 29 Hz

Mein 4K-Bildschirm begrüßte mich heute mit stotterigen 29 Hertz Bildwiederholrate. Das ließ sich auch nicht über die üblichen Einstellmöglichkeiten in Windows 10 wieder einrenken.

Nebenbefund: Der einzige auf der Dell-Homepage für den P2415Q angebotene Monitortreiber ließ sich nicht installieren, weil er maximal für die Hardware-Variante DELA0BE vorgesehen ist, und ich aber einen DELA0BF habe. Eine Firma die sowas verkackt hat echt den Tod verdient. Aber das nur nebenbei.

Das Problem ließ sich lösen, indem man das OSD-Menü des Bildschirms aufrief und „Reset Display Settings“ machte. Mir ist nicht bewusst, dass es in dem Menü eine Option „beschränke die Bildwiederholrate bei 4K auf 30 Hz“ gibt, aber irgendeinen Furz hatte der Bildschirm wohl quersitzen, der sich auf diese Weise löste. Da auch andere Leute das selbe Problem haben, aber der Dell-Support bislang dazu nur hilflose Phrasen von sich gab, schreibe ich es mal hier ins Internet.

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Premiere Elements: Tonspur mit Video synchronisieren

Weil im Zeitalter von Videotutorials irgendwie die Fähigkeit der Menschheit verkümmert, Dinge kurz und knapp in Textform niederzulegen, schreibe ich hier mal eben fünf Sätze dazu, wie man in Premiere Elements eine extern per „Double System Recording“ aufgenommene Tonspur mit der Videospur verbindet, und zwar ohne das Quellmaterial einmal transcodieren zu müssen (was ja jedesmal mit Qualitätsverlust einhergeht):

Man packt die Tonaufnahme direkt unter die Videospur (normalerweise „Audio 1“). Nachdem man die Tonspur passend unter der Videospur positioniert hat, markiert man sie beide und sagt Rechtsklick -> „Audio & Video verbinden“. Danach hat man dann beim Schneiden der Videospur allen gewohnten Komfort, insbesondere beim Rausschneiden von Stücken. Allerdings ist zu beachten, dass einige Editierfunktionen von Premiere Elements nicht zur Verfügung stehen, solange die beiden Spuren miteinander verbunden sind (er erzählt dann was von „Mehrere Clips ausgewählt; wählen Sie nur einen Clip aus“). Wenn dieser Fall eintritt, kann man die Verbindung zwischen Audio und Video auch zeitweise wieder trennen und später wieder herstellen.

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Krönung von König Donald I.

Ein paar Screenshots aus dem Livestream des Weißen Hauses von der Trump-Inauguration.

Irgendwie haben sie nochmal alle alten Flaggen rausgekramt, die sie hatten:

Welche Funktion hat eigentlich der Hippie mit dem Geier?

Boehner ist auch da:

Joni „I grew up castrating hogs on an Iowa farm“ Ernst beim socializen:

Für einen Januar haben sie wohl nicht das allerschlechteste Wetter erwischt. Es ist zwar bewölkt, aber trocken.

Jimmy Carter mit Frau:

Hillary betritt das Parkett. Als Gast.

George Dabbeljuh und seine Laura:

Eine von den Mädels hier heißt wohl Mary Sue. Es handelt sich offenbar um Kinder von Pence:

Kinder von Trump (Ivanka und so):

Michelle Obama. Es ist Sitte und Gebrauch, dass die Gattinnen des noch amtierenden Präsidenten und des Vizepräsidenten nicht durch ihre Ehemänner begleitet werden, sondern durch jemand anderen.

Der Typ hier hat die verantwortungsvolle Aufgabe, Melania zu eskortieren:

Obama, Pelosi und Biden:

Mehreren Bibeln betreten die Bühne und werden strategisch verteilt. Die werden später eine wichtige Rolle spielen, weil Pence und Trump da jeweils eine Hand draufhaben werden, während sie schwören:

Pence ist am Start:

Pelosi kriegt wohl Kilometergeld. Sie muss schon wieder jemanden eskortieren:

Seine Penetranz Hochwürden President Elect Donald Trump betritt die Bühne:

Fun Fact: Bei der Amtsübergabe vom ersten auf den zweiten Präsidenten der USA fand man erstmal einen Fehler in der Verfassung, der mit dem 12. Amendment korrigiert wurde. Es tat nämlich die Situation ein, dass der Präsident zusammen mit einem Vizepräsidenten von der anderen Partei regieren musste. Das war so nicht gewollt.

Noch ein Fun Fact: Als Trump auftauchte fing es an zu regnen.

Lesung aus dem Book Of Wisdom:

Der Missouri State University Choir liefert Katzengejammer:

Das Volk. Und die unvermeidlichen Käppis „Make America Great Again“:

Pence schwört feierlich und faithfully sowahr ihm Gott helfe:

Bevor der Präsident schwören darf singt erstmal ein Tabernakel-Chor:

Trump schwört. Er hat übrigens die Hand auf gleich zwei Bibeln:

Sein erstes Wort als Präsident war übrigens „Chief“. Im Übrigen Daumen hoch:

In seiner ersten Rede zettelt Trump quasi erstmal eine Revolution an und redet von „giving power back from Washington to the people“.

Bitte aufstehen zum Absingen der Nationalhymne!
Niemand wollte den Job machen, außer Jackie Evancho. Die war jung und brauchte das Geld 😉

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Falcon BMS 4.33 U1 auf Windows 10 zum Laufen bringen

Für den Fall, dass sonst noch jemand das gleiche Problem hat, stelle ich hier mal eine Problemlösung für den Simulator Falcon BMS in der Version 4.33 U1 ins Internet:

Und zwar ergab sich der Effekt, dass auf einem frisch mit Windows 10 aufgesetzten Notebook (Grafikkarte nVidia GTX 965M) das Programm direkt beim Laden der 3D-Grafik immer mit der Meldung „Falcon BMS funktioniert nicht mehr“ abstürzte. Die x86- und die x64-Version waren gleichermaßen betroffen. Windows loggte dazu zwei Fehler:

Ausnahmecode:    c0000005
Ausnahmeoffset:    000000000009a556

und

Ausnahmecode:    c000041d
Ausnahmeoffset:    000000000009a556

Das Problem war eher ungewöhnlich. Es gibt genug Leute, bei denen der Simulator auf Windows 10 problemlos läuft. Was war hier also falsch, was bei allen anderen richtig lief?

Die Lösung ergab sich eher zufällig. Und zwar tauchte das Problem nicht mehr auf, nachdem Visual Studio 2015 Community Edition auf dem System installiert wurde. Es muss also irgendeine Laufzeitkomponente geben, die im BMS-Setup entweder nicht mitgeliefert wurde oder auf dem System in einer Version vorlag, an der sich Falcon BMS verschluckte.

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Dontnods Erstling: Remember Me

It seemed like a good idea at the time… Menschen von unangenehmen Erinnerungen befreien können. Das scheint doch eine erstrebenswerte Technologie zu sein, oder? Was kann daran schlecht sein? Also setzt sich jemand hin und erfindet diese Technik. 20 Jahre später ist aus dem Garagen-Labor des Erfinders ein Multi-Milliarden-Dollar-Konzern geworden. Es gibt einen Markt für Erinnerungen, und der Konzern hat diesen Markt monopolisiert und eine unglaubliche Macht über die Weltbevölkerung angehäuft. Der Konzern ist zum evil empire geworden, und es gibt eine Truppe Freiheitskämpfer, die noch selbstständig denken können und den Rest der Menschheit wieder befreien wollen. Wir kämpfen natürlich auf der Seite der Freiheitskämpfer.

Das ist in wenigen Worten die Story des Computerspiels Remember Me – das Erstlingswerk des französischen Herstellers Dontnod, der in 2015 für das Spiel Life Is Strange viel Lob abgefangen hat.

Remember Me war kein übermäßiger Verkaufsschlager und hat die junge Firma damals fast in den Konkurs getrieben. Man merkt an vielen Stellen – hier wurde im Vergleich zu Life Is Strange richtig teuer produziert, denn es war Geld da. Auch bei Remember Me zeigte Dontnod schon wie später auch bei LiS  ein Talent für gute Storys. Die Geschichte ist innovativ und hat mir gefallen. Nur das Gameplay drumherum war grenzwertig. Vermutlich hat der Publisher Capcom da kräftig mit reingeredet, denn Capcom ist hauptsächlich als Prügelspiele-Publisher bekannt.

Der Prügelspiel-Überbau hat dazu geführt, dass ich Remember Me über die gesamte Länge als eher anstrengend empfand und mich mehrfach dazu zwingen musste, weiterzumachen, weil der Schwierigkeitsgrad auch auf unterstem Level eher hoch war. Prügelei ist ansonsten auch überhaupt nicht mein Genre. Kernpunkt der Steuerung solcher Spiele ist, dass der Spieler Combos aus mehreren Tasten am Gamecontroller zeigen soll. Wenn man längere Combos hinbekommt, macht man mehr Schaden. Ich muss aber gestehen, dass ich dieses Combo-System bis zum Spielende de facto ziemlich boykottiert habe. In der ersten Spielhälfte hab ich quasi alles mit der Combo X-X-X geregelt. In der zweiten Spielhälfte hab ich dann mein Gameplay hochgefahren und zusätzlich zu X-X-X auch die atemberaubende Combo Y-Y-Y genommen 😉 Das war quasi der größtmögliche Stinkefinger, den ich als Spieler dem Spiel zeigen konnte. Denn das Prügel-Gameplay hat echt rundum genervt. Für Spieler mit Sammel-Leidenschaft hatte man einen Haufen Collectibles im Spiel versteckt. Das war einigermaßen wertlos, und es war hackeschwer da irgendwas zu finden.

Also: Etwas mehr Deus Ex und weniger Beat ‚em up hätte dem Spiel gut getan. Denn selbst das (gute) Storywriting litt darunter. Zwei Beispiele: Der letzte Boss-Gegner im Spiel war offenbar nur deshalb ein Boss-Gegner, weil irgendjemand entschieden hatte, dass das Spiel mit einem Kampf enden müsse. Dabei waren wir uns storymäßig zu diesem Zeitpunkt mit dem Gegner eigentlich handelseinig. Es gab keinen plausiblen Grund, da dann noch einen Fight stattfinden zu lassen. Man hätte sich die Hand geben können und zur Tat schreiten können. Er wollte ja sterben. Immerhin war es aber nicht der schwierigste Boss-Kampf.
Anderes Beispiel: Zweimal im Spielverlauf muss die Hauptfigur einen großen Wach-Roboter im Alleingang besiegen. Kein normaler Mensch hätte diese Konfrontationen länger als zwei Minuten überlebt. Unsere Spieler-Figur schafft es natürlich trotzdem, weil sie eben eine heldenhafte Heldin ist, aber sicherlich auch weil sie eine abgebrühte Martial-Arts-Kampfmaschine ist. Da wirkt es dann ziemlich befremdlich, wenn sie kurz darauf ganz gefühlsduselig erklärt, dass ihr Geräusche und Geruch der Level-Umgebung unter die Haut gehen. Hallo? Du hast gerade im Alleingang einen Killer-Robot besiegt, ohne dir das Höschen einzunässen, aber schaltest quasi auf Knopfdruck um auf melancholisch, weil offenbar in irgendeinem Lehrbuch steht, dass man in heutigen Computerspielen auch feelings unterbringen muss?

Trotz des Ärgers über die Kämpfe hat das Spiel durchaus seine guten Momente. So wird das Thema Erinnerungen (und wie diese uns als Menschen dann formen) aus allen nur denkbaren Blickwinkeln beleuchtet. Im Grunde ist Remember Me die Geschichte eines mit guten Absichten gestarteten Familienunternehmens, das den handelnden Personen dann irgendwann entglitten ist. Wenn Familie Cartier-Wells gemeinsam zu der Erkenntnis kommt, dass man bei ihrer Firma deshalb besser jetzt als später den Stecker ziehen sollte, dann ist das hochemotional. An so einer Stelle ist dann auch reichlich Platz für Gefühle.

Sehr innovativ, aber leider im Spiel viel zu selten eingesetzt, war die Idee mit den Memory-Remixen. Unsere Heldin hat die Fähigkeit, in die Köpfe anderer Leute einzusteigen und deren Erinnerungen zu verändern. So konnte man zum Beispiel Leute glauben machen, dass sie gerade ihre Freundin erschossen hatten oder ihr Ehemann gestorben war, um die so manipulierten Peoples zu bestimmten Handlungen zu bringen. Dumm war nur die Idee, dass man den Spieler zum Vor- und Zurückspulen der Remix-Szenen kräftig am Gamepad-Stick kurbeln ließ 😉

Als Stimme der Hauptfigur hatte man die walisische Schauspielerin Kezia Burrows engagiert. Deshalb wird man im Spiel mit einem ulkigen englischen Akzent bespaßt… Man denkt lieber nicht darüber nach, wie dieser Akzent zu einem Spiel passt, das in Paris (Frankreich) spielt…

In Summe betrachtet kann ich nachvollziehen, warum sich Remember Me nicht so gut verkaufte. Es hat mit hausgemachten Mängeln zu tun. Für mich war das Spiel echt Arbeit. Ich kann es deshalb nicht wirklich weiterempfehlen. Wer die Story will, sollte sich einen kompetenten Youtuber suchen und dort zuschauen. Selber spielen hat nämlich hohes Frustrationspotenzial.

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Life Is Strange Episode 5: Ein warmes Plätzchen in der Hölle

Falls jemand sich nicht mehr sicher war, wo zum Beginn von Life Is Strange Episode 5 der Hammer hängt:
Darkroom

Eine Kamera, ein Stuhl. Mehr braucht es eigentlich nicht, um es hier und jetzt zu Ende gehen zu lassen. Sterben in einem Bunker unter einer Scheune irgendwo am A.d.W. in Oregon. Wie wär’s? Hieraus zu entkommen, entpuppt sich allerdings (nicht unerwartet) als lösbare Aufgabe. Wie sich rausstellt, liegen die wirklich weltbewegenden Probleme ganz woanders. In Episode 5 nehmen wir quasi die bereits in den vergangenen Episoden durch uns übel zugerichtete Realität, rühren dreimal um, und drehen sie durch den Fleischwolf. In Episode 5 nimmt die Raumzeit dank unserer ständigen und fortgesetzten Manipulationen endgültig Schaden.

Lieber Spieler, wir müssen mal intensiv darüber reden, was Du in den letzten 5 Episoden getan hast! Hast Du wirklich geglaubt, das ganze Fummeln an der Zeit würde ohne Folgen bleiben? Hast Du gedacht, Du hättest kraft eigener Arroganz auch noch die Fähigkeit, das Problem mit dem Sturm zu lösen, so dass alle überleben? Auch Rachel Amber? Wie naiv von Dir!

Max landet jedenfalls dank ihrer Aktionen quasi in einem extra für sie reservierten Eckchen der Hölle. Und dort kommen dann sämtliche begangenen Sünden der vergangenen Episoden und alles was vielleicht noch unausgesprochen geblieben war nochmal auf den Tisch. Markanterweise gibt es die einzige der aus den vorhergehenden Episoden bekannten „Sitzgelegenheiten“ diesmal in dem besagten Höllen-Alptraum. Und auch das Mobilfunknetz in der Hölle ist übrigens sehr gut ausgebaut 😉 Also: Think about what you have done!

Die ganze Episode dreht sich diesmal weniger um Handlung, und mehr um Zurückschau. Es gibt nur noch eine ganz große Entscheidung zu treffen, die dann zu einem von zwei Spielenden führt. Das eine Ende ist leider erheblich schöner ausgearbeitet als das andere. Deshalb denke ich, dass das weiter ausgearbeitete Ende quasi the way it’s meant to be played darstellt. Durch die Kürze des zweiten Endes ist natürlich der Vorwurf nicht weit, dass Dontnod hier ein Mass Effect 3 gepullt hat. Und tatsächlich ist es laut Dontnods Game Director Michel Koch so, dass hier leider Zeit und Budget eine Rolle gespielt haben. Aber außer dass es zu kurz ist, kann ich dem kurzen Ende bei näherem Nachdenken nicht viel vorwerfen. Es gibt gute Gründe, sich für diesen Lauf der Dinge zu entscheiden. Und die Auswertungen am Ende der Episode zeigen ja, dass die Nutzerbasis sich hälftig zwischen den beiden Enden verteilt. Also hat der Hersteller hier die Kurve noch knapp gekriegt.

Life Is Strange war jedenfalls sein Geld mehr als wert. Zum soweit ich mich erinnere ersten Mal bei einem Computerspiel habe ich das Gefühl, dass das Spiel für das was hier geboten wurde sogar zu billig war (20 Euro für die fünf Episoden sind quasi wie geschenkt). Auch die Release-Strategie mit den alle paar Monate erscheinenden Episoden war hier die genau richtige Entscheidung. So hielt sich die Spannung immer oben, und man konnte nach jeder Episode erstmal ausgiebig reflektieren – und sich Theorien zurechtlegen wie es denn wohl weitergehen könnte, die dann regelmäßig vom Hersteller getoppt wurden. Minuspunkte nur für das zweite zu kurz geratene Spielende. Gesamtnote 1 aber für den handwerklichen Teil aller Episoden. Auch für die englische Lokalisierung. Die Muttersprache des Spiels ist nämlich Französisch gewesen – aber davon merkt man in vorbildlicher Weise nichts. Und Kudos an Square Enix, die dem Team die künstlerische Freiheit ließen und nicht wie andere im Vorfeld angesprochene Publisher auf das schmale Brett verfallen sind, wesentliche Dinge am Spiel ändern zu wollen (zum Beispiel hin zu einer männlichen Hauptfigur). Life Is Strange Season 1 ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem ich dankbar bin, es gespielt haben zu dürfen.

Ach noch was:
HoelleOhneKleineisen

In Life Is Strange sind die in der Hölle schmorenden Eisenbahner auf ewig dazu verdammt, über Gleise ohne Schienenbefestigung zu rollen 😉

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Ein Blick ins Felicia-Day-Buch

Felicia Day hat ihre Memoiren geschrieben („Your’re Never Weird on the Internet“). Der massiven Werbung dazu auf Geek & Sundry konnte man sich ja auch kaum entziehen. Eine Memoire mit 35 Jahren – dann kann sie ja jetzt sterben gehen… Naja, ich geh mal davon aus, dass in einigen Jahren nochmal eine weitere Autobiografie fällig wird.

Einiges was man schon immer wissen wollte, wird beantwortet. Einiges aber auch nicht. Wie war das zum Beispiel mit ihrer Hippie-Familie, wo der Vater aber Militärarzt war? Wie geht das zusammen? Und wie kriegte man eigentlich einen Fuß ins Whedonverse und kam zu einer wiederkehrenden Rolle in Buffy?

Dass aus Frau Day irgendetwas bedeutendes wurde, fasziniert mich bis zum heutigen Tage. Andere haben jahrelang Schauspiel auf Hochschulniveau studiert und kriegen in Hollywood kein Bein auf die Erde. Und da kommt dann Felicia Day, ohne wirklich nennenswerte Vorbildung oder einschlägigen Abschluss (man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen – sie ist eigentlich Mathematikerin), und hat against all odds aufgrund von Zufällen die das Leben schreibt einen gewissen Erfolg, von dem sie fortan leben kann. Aber eine wirklich überzeugende Erklärung, warum sie überhaupt Actress wurde, liefert auch das Buch nicht. Wahrscheinlich weiß sie das selber nicht. Aber manchmal hat man eben so Eingebungen…

In der Werbung für „You’re Never Weird on the Internet“ kapriziert sich der Verlag sehr darauf, dass man in der Memoire endlich alles über Days Jugend und den Einfluss ihrer Herkunft auf ihren kreativen Werdegang erfahren würde. Das stimmt durchaus, macht aber nur das halbe Buch aus. Quasi als undokumentierte Dreingabe bekommt der Leser allerdings noch die zweite Hälfte des Buches, die sich am besten als „dunkle Kapitel“ beschreiben lässt. Man erreicht beim Lesen einen Punkt, wo man sich sagt „okay, keiner der Promis, die mit Testimonials auf dem Buchrücken abgedruckt stehen, hat offenbar das ganze Buch gelesen, oder jedenfalls nicht die letzten Kapitel – sonst hätten sie das in ihrem Testimonial erwähnt…“.

Das Buch ist unter anderem quasi die offizielle Chronik, wie die erste Staffel von The Guild entstand. Einiges hat man ja gewusst, zum Beispiel dass Day World-of-Warcraft-abhängig war. Nach der Lektüre muss ich allerdings sagen: Meine Fresse, was war das damals für ein Krampf… Wer schonmal irgendetwas Kreatives auf die Beine gestellt hat, kann halbwegs nachfühlen, wie es sich angefühlt haben muss: Kreativität ist eben 10 % Inspiration und 90 % Transpiration. Wahrscheinlich hat auch jeder Künstler mehr oder weniger stark das Impostor-Syndrom. Aber wenn man wie Day noch dazu an latenten Angststörungen leidet, wird die Sache natürlich nicht einfacher. Dass da was im Busch war, konnte ja jeder sehen, der mal mehr als ein paar Videos mit Felicia Day angeschaut hat. Therapy und Therapists waren all die Jahre immer ein Thema. Da kann man wirklich nur sagen, Hut ab! Für jemanden mit solchen Mental-Health-Problemen hat sie es weit gebracht. Sie hatte dabei das Glück, dass sie über die Jahre in geschäftlichen Dingen immer recht gut beraten wurde. Nicht auszudenken, was wohl passiert wäre, wenn The Guild oder eine ihrer Produktionsfirmen frühzeitig in den Teich gegangen wären…

Dann geht es weiter. Das von ihr gegründete Startup Geek & Sundry und die letzte Staffel von The Guild. Irgendwann schreibt Day „Keep reading, it gets worse!“ Oh ja. Es sollte schlimmer kommen, und es kam schlimmer… Mit einer Stammcrew von 8 Mann ein Programm im Umfang von G&S in seinem ersten Jahr zu machen, oder die Guild Season 6 zu schreiben war für Day kein Spaß. Man bekommt beim Lesen einen ziemlichen Drang, sich Teile des G&S-Programms nochmal neu reinzuziehen, und dabei auf gewisse Dinge zu achten. Dass Day vor lauter Stress Magenprobleme hatte, wusste man ja. Welches Ausmaß dieses Drama annahm, weiß ich erst seit dem Buch. „+20 to throat cancer“… Wo ich seinerzeit auch nicht von selbst drauf gekommen bin: Wieviel autobiografische Elemente in der Figur des Floyd Petrovski aus The Guild Season 6 enthalten sind. Geklärt wird auch die Frage, warum es keine Guild-Staffel 7 geben konnte. Immerhin hat Day mal wieder die Kurve gekriegt. Es war gut und richtig, Geek & Sundry zu verkaufen, so lange die Firma noch was wert war.

Genauso wie die seit einiger Zeit auf Days privatem Kanal auftauchenden Videos ist also auch das Buch kein bloßer Fan Service, sondern Teil einer Therapie zu der man ihr geraten hat. Das Ding muss irgendwie seit Ende 2013 in Arbeit gewesen sein. Leider ergab es sich, dass während der Projektlaufzeit etwas passierte, das zu den sowieso schon dunklen Kapiteln „Guild“ und „Geek & Sundry“ noch einen quasi „krönenden Abschluss“ erforderlich machte: Gamergate – die Kabale, die sich laut Selbstbeschreibung natürlich ausschließlich darum drehte, den Spielejournalismus von korrupten Einflüssen zu reinigen…

Also: Man bekommt für das Geld ein ernsteres Buch, als man anhand der irreführenden Klappentexte vielleicht vermuten würde. Es ist auch Gottseidank nicht durchgängig so konfus geschrieben wie einer der Abschnitte zu Fan-Conventions, den Day vorab in einem Video verlas. Danach hatte ich ehrlich gesagt die heimliche Sorge, dass eine berufsmäßige Drehbuchschreiberein womöglich nicht in der Lage wäre, ein kohärentes Buch zu schreiben. Das hat sich so nicht bewahrheitet. Es ist gut lesbar.

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Life Is Strange Episode 4 – Max Caulfield: Leichen pflastern ihren Weg

Wie sich rausstellte, war mein erster Gedanke richtig: „Diese neue Zeitlinie ist ohne Zukunft!“ – es gibt in dieser Timeline wenig, für dass es sich lohnen würde, dort länger zu verweilen. Man rate mal, wer in der neuen Zeit die best buddies von Max sind… Aber wenn man denkt, es geht nicht schlimmer als eine querschnittgelähmte Chloe: Doch, es geht noch schlimmer. Der Entwickler Dontnod setzt routiniert noch einen drauf. Nicht weniger habe ich erwartet. Ich bin gespannt, wie die Letsplayer auf Youtube sich an der Stelle jeweils entscheiden.

Nachdem ich jetzt die Ep. 4 durchgespielt habe, sind mir zwei Dinge aufgefallen: Erstens habe ich in dieser Episode viel weniger als sonst üblich die Zeit zurückgedreht. Ich bin wohl eher ein Spieler vom Typ „im Zweifel – laufen lassen“. Das trug allerdings direkt zu Punkt 2 bei: Wenn ich mal zurückschaue, dann stehe ich in „meiner“ Life-Is-Strange-Storyline mittlerweile vor einem stattlichen Berg Leichen (Kate Marsh sowie die Toten in den Erdlöchern und alternativen Zeitlinien zähle ich mal großzügig mit). Da werden wohl einige Story-Variablen in Episode 5 für mich wegfallen…

Wir stellen fest: Geek Remix hatte Recht. Wenn man die subtilen Andeutungen in den vorhergehenden Episoden zu deuten wusste, konnte man die Wendung in Episode 4 kommen sehen. Insoweit erneut Hut ab vor den Entwicklern. Am Ende von Episode 4 ist Chloe jetzt schon wieder aus dem Rennen. Ich gehe aber davon aus, dass dieses etwas „unbefriedigende“ Ergebnis in der nächsten Episode nachträglich „richtiggestellt“ wird. Praktischerweise wurde ja draußen vor der Schwimmhalle ein Foto mit Warren gefertigt. Das müsste sich doch nutzen lassen…

Was mich persönlich ja etwas ausrasten lässt, ist die tendenzielle Leichtfertigkeit, mit der die Figuren in Life Is Strange mit den offensichtlich gegen die Naturgesetze verstoßenden Änderungen in ihrer Welt umgehen. In Episode 2 war es eine „außerplanmäßige“ Sonnenfinsternis. Jetzt haben wir plötzlich zwei Monde. Zwei Monde. Wann kloppt endlich einer auf den Tisch und sagt „that is not newtonian!„? – was hier passiert entspricht nicht der Newton’schen Physik. Wenn sowas vorkommt würde doch wohl postwendend auf der gesamten Welt der Hammer fallengelassen werden, und man würde im Bunker das nahende Ende der Welt abwarten. Insofern sehe ich hier ein plot hole. Aber das ist Jammern auf verdammt hohem Niveau.
Ich bin jedenfalls sicher, die Entwickler werden auch in der finalen Episode nicht nachlassen und wieder ein paar jähe Wendungen einbauen…

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Life Is Strange – wo stehen wir nach Episode 3?

Das Computerspiel Life Is Strange ist für mich bislang die große Überraschung des Jahres. Da in Episode 2 ja auch die Eisenbahn eine Nebenrolle spielte, hatte ich mir den Spaß erlaubt, den betreffenden Abschnitt des Spiels mal unter bahntechnischen Gesichtspunkten zu besprechen: 😉

Zwar fällt es mir nach wie vor schwer, die Hauptfigur Max Caulfield wirklich sympathisch zu finden. Für meinen Geschmack ist „Max the Timelord“ zu sehr nach innen gekehrt. Das wird noch verstärkt durch die Stimme der vom Hersteller gewählten Voice Actress. Das Spiel enthält zwar erklecklich „player choice„-Möglichkeiten, die aber selten spielbeeinflussende Konsequenzen haben. Vielleicht kommt das noch, und der ganze entschiedene Mist fällt einem am Ende von Episode 5 auf die Füße…Manchmal ist der Spielfluss von Life Is Strange auch etwas langatmig.

Die Mängel werden aber sehr gut aufgewogen durch die Story des Spiels. Nach den ersten beiden Episoden glaubte man ja eine ungefähre Ahnung zu haben, wo es story-mäßig hingehen würde, und wer mit wem unter einer Decke steckt. Die Stadt Arcadia Bay vor dem großen Sturm retten und Nathan Prescott samt seiner missratenen Sippschaft aus dem Verkehr ziehen… Anspruchsvoll, aber machbar. Dann kamen allerdings die Macher von Life Is Strange und zogen am Ende von Episode 3 ein plot device aus dem Hut, für das sie meinen höchsten Respekt haben: Durch eine Aktion von Max ist die ganze gewohnte Zeitlinie zumindest vorläufig Makulatur. Die Weltgeschichte hat dadurch einen anderen Verlauf genommen. Chloe als sidekick scheint in dieser Zeitlinie aus dem Rennen zu sein, weil sie schwer angeschlagen im Rollstuhl sitzt. Auch wer von den sonstigen Figuren in der neuen Zeit auf wessen Seite steht, scheint mir nicht mehr ausgemacht.

Ich bin sehr gespannt, wie die Story wohl von hier aus weitergedacht wird. Irgendwie hofft man ja, dass die neue Zeitlinie keinen Bestand haben wird. Dann würde sich Episode 4 wohl schwerpunktmäßig darum drehen, das Rad irgendwie nochmal zurückzudrehen. Am genialsten und am mutigsten fände ich wohl, wenn es hieße „Das hier ist ab jetzt der neue Stand der Dinge und bleibt so. Deal with it!„. Das würde allerdings bedeuten, dass man wahrscheinlich den größten Teil von Ep.4 damit verbringen würde, herauszufinden welche von den handelnden Personen ab jetzt eigentlich wie gewickelt sind. Oder der Mittelweg: Wir bleiben erstmal in der neuen Zeit, ziehen daraus irgendwelche Informationen die uns in der alten Zeit helfen und gehen dann irgendwie dorthin zurück, um unsere Mission zu erfüllen. Man darf gespannt sein. Und wahrscheinlich kommt es ganz anders, als ich das jetzt hier durchdacht habe. Das werde ich demnächst dann vergleichen.

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Geek & Sundry’s Release-Strategie scheitert an ruckliger Wiedergabe

Titansgrave Episode 2 unlisted auf Youtube

Das hatte sich Geek & Sundry etwas anders vorgestellt: Ursprünglich hatten sie den Plan gefasst, dienstags erscheinende Episoden ihrer RPG-Show „Titansgrave, The Ashes of Valkana“ zunächst nicht auf Youtube zu veröffentlichen, sondern Zuschauer auf ihre eigene Webseite zu locken, und erst freitags die Filmchen auf Youtube verfügbar zu machen. Für Episode 0 und 1 haben sie das auch so durchgezogen, aber ab dieser Woche haben sie dann auf die Zuschauer gehört, nachdem sich rausstellte, dass entweder die Player-Software auf der G&S-Webseite nichts taugt oder das Content-Delivery-Network ranzig ist.

Titansgrave ist eine Roleplaying-Show, die mit den überschüssigen Geldern aus dem Tabletop-Season-3-Kickstarter produziert wurde. Die Kommentarspalte unter der ersten Folge war ein echtes Phänomen: Kein Zuschauer hatte inhaltlich etwas zu kritisieren. Wenn es Kritik gab, dann ging es immer um die rucklige Wiedergabe.

Als Content Provider kann man unglücklich darüber sein, dass Google bei den Youtube-Werbeeinnahmen 40 % für sich behält, aber immerhin sind dort die Zuschauer, und Google hat die Technologie, um bei der Mehrzahl dieser Zuschauer die Videos in vernünftiger Wiedergabequalität anzuliefern. Die selbstgestrickte G&S-Lösung ruckelte dagegen schon ziemlich amtlich. Für Episode 2 verfiel man deshalb auf den Dreh, sie unlisted bei Youtube hochzuladen, um von Googles Player zu profitieren, aber die Zuschauer von Dienstag bis Freitag weiterhin auf die eigene Webseite zu locken – in der Hoffnung dass sie dort dann auch andere Filmchen klicken.

Die großen Adressen auf Youtube haben in den letzten Jahren alle damit experimentiert, Zuschauer auf alternative, von der eigenen Firma kontrollierte Portale zu locken. Grund war natürlich das liebe Geld – siehe oben. Erfolg hatte niemand damit. Im Gedächtnis sind mir die putzigen Versuche von Maker geblieben, den Exklusiv-Content ihrer Seite polarisgo.com zu promoten. Was dort dann exklusiv zu sehen war, war  branded content in der selben Machart, die schon auf Youtube kein Schwein sehen wollte. Immerhin hat man auf eigenen Portalen aber den Vorteil, dass man ja keinen View Counter einblenden muss. So wird das eigene Scheitern wenigstens nicht öffentlich…

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